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Ein Abschied, der die Stadt bewegte – Dr. Alois Alteköster und ein Kapitel Haaner Geschichte

Im Frühjahr 1968 wurde Haan zum Schauplatz eines Abschieds, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregte: die Beerdigung von Dr. Alois Alteköster, einem Haaner Arzt, der im Rahmen eines humanitären Einsatzes während des Vietnamkriegs ermordet wurde. Für das Beerdigungsinstitut Flabb war diese Trauerfeier ein außergewöhnliches Ereignis – ein Moment der Verantwortung, Würde und öffentlicher Bedeutung.

Dr. Alois Alteköster, geboren 1931 in Haan, war als Assistenzarzt an der Universitätsklinik Düsseldorf tätig, als er sich 1966 für eine medizinische Entwicklungshilfemission in Südvietnam meldete. Dort engagierte er sich in der Stadt Huế für eine bessere medizinische Versorgung und behandelte Menschen auf beiden Seiten des Konflikts. Am 5. Februar 1968 wurde er während der Tet-Offensive gemeinsam mit drei weiteren deutschen Ärzten vom Vietcong verschleppt und wenig später ermordet.

Die Nachricht vom gewaltsamen Tod löste bundesweit Betroffenheit aus. Als die sterblichen Überreste der vier Ärzte schließlich identifiziert wurden, bereitete sich auch Haan auf einen Abschied vor, der zum historischen Moment wurde. Am 19. April 1968 organisierte das Beerdigungsinstitut Flabb unter außergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen eine der größten Trauerfeiern, die die Stadt je erlebt hatte.

Über 3000 Menschen begleiteten Dr. Alteköster auf seinem letzten Weg. Vertreter der Bundesregierung, darunter Bundesminister Hans-Jürgen Wischnewski, Mitglieder des Bundestags, der Ärztekammer Nordrhein, lokale Mandatsträger und unzählige Bürgerinnen und Bürger versammelten sich auf dem Neuen Markt. Von dort aus zog der Trauerzug über die gesperrte Kaiserstraße zum katholischen Friedhof – ein eindrucksvolles Zeichen der Anteilnahme und des Respekts.

Für das Beerdigungsinstitut Flabb war diese Zeremonie nicht nur logistisch herausfordernd – sie war auch Ausdruck einer tiefen Verantwortung: Der Rahmen sollte der Würde des Verstorbenen gerecht werden und der Anteilnahme einer ganzen Stadt Raum geben. Zeitzeugen berichten bis heute von der besonderen Atmosphäre dieses Tages – von Stille, Trauer und dem stillen Stolz auf einen Menschen, der für Mitmenschlichkeit einstand.

Der Tod von Dr. Alteköster hat Spuren hinterlassen – in Haan, in der deutschen Entwicklungsgeschichte, aber auch in der Chronik unseres Hauses. Bis heute erinnern sich viele an die bewegende Zeremonie. Für das Beerdigungsinstitut Flabb war dieser Tag nicht nur ein Auftrag, sondern ein Moment gelebter Verantwortung: im Dienst der Erinnerung, der Anteilnahme und der Würde.

Die Tet-Offensive

Die Tet-Offensive begann am 30. Januar 1968 während des vietnamesischen Neujahrsfests „Tet“. Der Vietcong und nordvietnamesische Truppen griffen über 100 Städte in Südvietnam an, um einen Aufstand auszulösen und die Moral der USA zu schwächen. Obwohl militärisch abgewehrt, hatte die Offensive große politische Wirkung: Sie erschütterte das Vertrauen in einen US-Sieg und veränderte die amerikanische Vietnam-Politik nachhaltig.

Ein Wort zum Gedenken

„Auch über fünf Jahrzehnte später erinnern wir uns mit Demut und Respekt an diesen besonderen Moment der Stadtgeschichte. Die Trauerfeier für Dr. Alois Alteköster war eine der größten, die unser Haus je begleiten durfte – und zugleich ein Zeichen dafür, wie tief die Themen Mitmenschlichkeit, Zivilcourage und Verantwortung in unserer Gemeinschaft verwurzelt sind. Als Familie und als Unternehmen tragen wir diese Erinnerung weiter – in Achtung vor dem Menschen, seinem Lebensweg und seinem Vermächtnis.“

 

Herzlichst,
Tanja Flabb und Team